Was ist ein Foodcoop ?

Ziel einer solchen Einkaufsgemeinschaft ist, mit Hilfe einer Gemeinschaft größere Mengen Lebensmittel direkt von möglichst lokalen Produzenten zu beziehen. Das Konzept funktioniert durch Arbeitsteilung und gemeinschaftlicher (Selbst)Verwaltung, in der Konsumteninnen zusammen finden.

Lebensmittelkooperativen sind in vielen verschiedenen Ländern wie den USA, Deutschland, Italien und Japan seit Jahrzehnten fester Bestandteil der souveränen Lebensmittelversorgung. In Österreich gibt es mittlerweile etwa 80 Initiativen, die von größeren Ballungsräumen wie Wien und Graz bis hin in die ländlichen Regionen des Südburgenlands Einkauf und Verteilung ihrer Lebensmittel in die eigenen Hände nehmen.

2017 feietren die die FoodCoops in Wien als große Vorreiter ihr 10-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wurde die Interessensgemeinschaft (IG) FoodCoops gergündet mit dem Ziel FoodCoops zu unterstützen und die Vernetzung bzw. Zusammenarbeit zu stärken.

Zu Beginn waren die ersten Mitglieder eine eher homogene Gruppe junger, oft studierender Menschen. Während dieses Model in den größeren Städten weiterhin vorherrscht, ist besonders auf dem Land ein Wandel zu beobachten mehr und mehr engagieren sich Angehöriger aller Alters-, Einkommens- und Bildungsschichten, von der Kindergärtnerinn bis zum Rentner.

Für Direktvermarkterinnen stellen die Kooperativen dabei eine gute Ergänzung zu den bekannten Bauernmärkten und Bioläden und können gleichzeitig ihr Vertriebsmodell ausweiten. Gleichzeitig ist der Mehrheit der österreichischen Bäuerinnen und Bauern diese alternative Vermarktungsform wenig bekannt. Besonders in Zeiten von Corona eignen sich ihervorragend, die strukturellen Veränderung (z.B. Internetbestellungen) konstruktiv mitzugestalten.

Von einem Siegeszug oder MAssenphänomen zu sprechen scheint also noch etwas verfrüht. Die Entwiclungen zeigen jedoch, es funktioniert und die Anzahl der Kooperativen nimmt ständig zu.

Was hat es mit Souveränität zu tun?

Warum sollten Menschen knappe Freizeit und Energie in den Aufbau von Gemeinschaften, statt den bequemen und anonymen Weg in den nächstgelegenen Supermarkt zu gehen ? Tatsache ist, der Einzelhandel hat dieses Marktsegment der längst als kaufkräftige Zielgruppe ausgemacht und setzt verstärkt auf biologische Landwirtschaft, Regionales und Fairtrade.

Mitgliedern geht der Ökotrend innerhalb des konventionellen Lebensmittelsanbaus oft nicht weit genug. Sie definieren ihre Rolle nicht allein dadurch, sich von kitschigen, romantischen Werbebotschaften zum Kauf von Bioprodukten bewegen zu lassen. Konsumentinn bedeutet hier nicht, vor dem Supermarktregal zu entscheiden, die Gewinnspanne der Handelskette durch Premium- oder Hausmarke zu steigern.

Hier definieren die Mitglieder die Auswahlkriterien für das angebotene Sortiment und die Art und Weise der Verteilung selbst, wählen Produzentinnen selbstständig und entscheiden über finanzielle Angelegenheiten (z.B. Mitgliedsbeitrag). Dieser Entscheidungsprozessen ist ein Ansatz zum Wiedergewinn von Souveränität im Lebensmitteleinkauf.

Ein zentrales Motiv bleibt dabei die gezielte Unterstützung von kleinstrukturierter, regionaler und biologischer Landwirtschaft. Durch Mitgliedschaft und Betrieb entsteht ein Prozess, bei dem Konsumgewohnheiten verändert werden und Wissen gemeinsam aufbgebaut wird. Denn Kooperativen sind durch ihre Organisationsform nicht allein Lebensmittellager und Verteilungsstelle, sondern auch sozialer Treffpunkt. Die Mitglieder genauso Informationen, Erfahrungen und Regionalität mit nach Hause.